Homepage Simon M. Halama

Vorträge

Im Rahmen von Tagungen, Vorlesungen oder anderen Veranstaltungen von mir gehaltene Vorträge sind hier mitsamt kurzen Inhaltsangaben in zeitlicher Reihenfolge aufgeführt.

06.04.2018 Interpreting Alalakh's Palaces: some suggestions on intended function and meaning

Gehalten beim 11th International Congress on the Archaeology of the Ancient Near East, München.

Alalakh’s Late Bronze Age Palace, as excavated by Leonard Woolley and in parts still visible today, is the result of several separate building processes, in each of which existing structures were partly replaced, partly retained and partly altered. Also the layout of the larger complex of the so called fortress which integrated the palace structure and occupied the whole northern end of the city’s mound was changed considerably by these works. After the initial construction of the fortress-palace complex at least two more major building phases can be discerned. But how did the changes introduced in each subsequent phase affect the use of the building, the perception of visitors and the position of the resident king? Based on the layout of these three stages in the palace’s life and the changes in visibility and access patterns some suggestions will be made as to the intentions of the builders who introduced these changes and to the meaning possibly communicated to visitors as well as to inhabitants of the city who might only have known the palace from the outside. Finally, the question of the identity of the involved rulers and the implications for the political history of Alalakh will be discussed.

30.01.2018 Ausweitung der urbanen Zone: Forschungen der LMU in der Vorstadt des Sirkeli Höyük

Gehalten im Kolloquium zum Alten Orient, Ludwig-Maximilans-Universität München, zusammen mit einem Vortrag von Mirko Novák zum Thema: Sirkeli Höyük: Die Kulturgeschichte Kilikiens im Licht der schweizerisch-türkischen Ausgrabungen.

Der Sirkeli Höyük ist einer der bedeutendsten antiken Siedlungshügel in der Region Kilikien (heutige Provinz Adana in der Südtürkei). Er liegt am Fluss Ceyhan und ist von umfangreichen Unterstadtarealen umgeben. Auch am gegenüberliegenden Flussufer befindet sich ein größeres Siedlungsareal, die so genannte Vorstadt. In dem Vortrag werden die Ergebnisse vorgestellt, die eine Geländebegehung in ausgewählten Teilen des Areals sowie erste geomagnetische Prospektionen in den Jahren 2016 und 2017 ergeben haben. Daraus lassen sich erste Erkenntnisse zur Ausdehnung der Siedlung und zu ihrer Besiedlungsgeschichte ableiten.

13.12.2016 Eisenzeitliche Paläste in Syrien zwischen Selbst- und Fremdherrschaft

Gehalten im Kolloquium zum Alten Orient, Ludwig-Maximilans-Universität München.

In der Region des westlichen Syrien und Südostanatolien entsteht in der frühen Eisenzeit eine politische Landschaft, die von kleineren, politisch eigenständigen Königreichen und Stadtstaaten geprägt ist. Inschriftliche Zeugnisse deuten dabei auf eine linguistisch-ethnisch gemischte Bevölkerung hin, in der vor allem das indoeuropäische Luwische und das westsemitische Aramäische als Sprachen dominieren. Auch unter den Herrschern der verschiedenen Kleinstaaten finden sich solche mit luwischen und solche mit aramäischen Namen. Ab dem 9. Jahrhundert v. Chr. sahen sich diese Staaten zunehmend der militärischen Macht des Neuassyrischen Großreiches ausgesetzt, dessen Herrscher durch regelmäßige Feldzüge Beute und Tribute erpressten, bevor sie ab der Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. dazu übergingen, eroberte Gebiete dauerhaft zu unterwerfen und zu annektieren. Um 700 v. Chr. waren praktisch alle ehemals eigenständigen Staaten der Region in assyrische Provinzen umgewandelt, die von assyrischen Statthaltern verwaltet wurden. An zahlreichen Orten wurden Paläste ausgegraben, die entweder von den Lokalherrschern oder von den Assyrern errichtet und genutzt wurden. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich die lokalen Konzepte von Herrschaft beziehungsweise die Konzepte der Fremdherrscher auf die Gestaltung dieser Paläste auswirkten und wie sie zur Repräsentation der jeweiligen Herrscher genutzt wurden.

26. 04. 2016 The God in a Winged Disc and Assyrian Royal Ideology

Gehalten beim 10th International Congress on the Archaeology of the Ancient Near East (ICAANE), Wien.

A controversially discussed symbol in Neo-Assyrian art is the god in a winged disc. It has been associated with different gods, mainly the sun god Shamash or the god Ashur, the chief deity within the Assyrian pantheon. In this paper I intend to analyse the different iconographic and architectural contexts (including likely groups of spectators) in which this symbol is displayed in Neo-Assyrian monumental art. Additional information will be derived from comparisons with its appearance in the minor arts. By relating these contexts to what we know about the different deities and their place in Neo-Assyrian royal ideology the different suggestions for the identification of the god in the winged disc will be evaluated.

15. 03. 2016 Making walls speak … Methods for analysis and interpretation of architecture

Gehalten während eines Erasmus+-Gastaufenthalts, Çanakkale Onsekiz Mart Üniversitesi.

Architectural remains are an important part of the archaeological record. Whether “simple” domestic architecture or the monumental remains of temples, palaces or other institutional buildings, architectural remains may provide a number of different insights into the life of past societies. A lot of different approaches have been developed for the analysis and interpretation of architecture, in archaeology as in other disciplines like cultural anthropology or sociology. In this introductory lecture some of the major characteristics of architecture will be discussed in general and then a selection of approaches will be presented. The focus will be on four major topics within architectural analysis: Typology and ideal images, organisational layout of architecture (“space syntax” with a focus on access analysis), functional analysis, and architecture as message (semiotics and nonverbal communication approaches).

15. 04. 2015 Hidden Monuments? Iron Age Palaces in Western Syria

Gehalten während eines Erasmus+-Gastaufenthalts, Çanakkale Onsekiz Mart Üniversitesi.

In the Iron Age Western Syria first experienced the emergence of a number of small territorial states before these were one after the other conquered and annexed by the expanding Assyrian empire. The Syro-Hittite kings in the period of independence established royal cities as centres from which to rule their states and erected palaces, often based on a specific architectural type today called "hilani" with wide columned entrances and lavishly decorated facades. Likewise the Assyrian governors erected palaces often in the very same places from which to administer the newly annexed territories. Based on my Ph.D. thesis this paper attempts to analyse palace buildings with special emphasis on the aspect of representation and to reconstruct the different representational strategies of the rulers.

30. 01. 2015 Mauern zum Sprechen bringen: Ansätze zur Analyse und Interpretation von Architektur illustriert anhand von Beispielen aus dem Alten Orient

Gehalten im Hauskolloquium Vorderasiatische Altertumskunde, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Architektur ist eine der wichtigsten Befundkategorien in der Archäologie. Doch welches Wissen über die Gesellschaften, die Menschen, die sie hervorgebracht haben, vermitteln uns die oft fragmentarischen Strukturen über ihre rein faktische Existenz hinaus? Der Vortrag stellt ausgewählte, aber durchaus verschiedene theoretische Konzepte und Methoden der Architekturanalyse und -interpretation vor, darunter Typologie, funktionale Analyse, Space Syntax und Architektursemiotik. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf kommunikationstheoretischen Ansätzen. Dabei sollen sowohl die durch sie zu gewinnenden Erkenntnisse als auch ihre Grenzen thematisiert werden. Illustriert werden sie anhand von Anwendungsbeispielen aus meinen Forschungsarbeiten zu Neuassyrischer Befestigungsarchitektur und Syro-Hethitischer Palastarchitektur.

07. 11. 2012 Trends aktueller archäologischer Forschung im Irak. Eindrücke und Erkenntnisse von der 58e Rencontre Assyriologique Internationale Private and State in Leiden 2012

Gehalten an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Der Besuch der 58e Rencontre Assyriologique Internationale im Juli 2012 in Leiden und des dort abgehaltenen Workshops New Archaeological Discoveries in Iraq war Anlass, um eine aktuelle Bilanz zur Entwicklung der archäologischen Forschung im Irak zu ziehen. In einem Überblick wurden gegenwärtige Forschungsprojekte vorgestellt und die zu beobachtenden Trends resümiert. Dabei wurden sowohl wissenschaftliche Entwicklungen als auch die Rahmenbedingungen, unter denen archäologische Feldforschung vonstatten geht, berücksichtigt. So konzentrieren sich archäologische Projekte in den Gebieten des Irak, in denen die Sicherheitslage einigermaßen stabil ist, d. h. vor allem in der Autonomen Region Kurdistan. Zudem erfordert die Bedrohung vieler archäologischer Stätten durch die dynamische wirtschaftliche Entwicklung der Region ein rasches Handeln. Da der Bürgerkrieg in Syrien gegenwärtig archäologisches Forschen dort unmöglich macht, suchen sich viele Archäologen neue Betätigungsfelder, u. a. im Irak. Es ist zu erwarten, dass sich in den nächsten Jahren durch die intensive Feldforschung insbesondere das Bild der Geschichte der Vorberge des Zagros stark verändern wird. Die jetzt schon auffällige weite Verbreitung von Material der späten Uruk-Zeit (ca. 4. Jahrtausend v. Chr.) in der Region könnte ein besonders fruchtvolles Feld zukünftiger Forschung darstellen.

30. 07. 2011 Die Wandmalereien im Palast von Til Barsip/Syrien: Struktur und Botschaft

Gehalten bei den Milestones 2011 Brücken schlagen - Formen und Wege der Kommunikation – Promovierenden-Tagung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Im neunten Jahrhundert v. Chr. begann ausgehend von der Stadt Assur im heutigen Nordirak die Expansion des assyrischen Reiches, das sich bis zum siebten Jahrhundert v. Chr. zum ersten Weltreich der Geschichte entwickeln sollte. Eine wichtige Station in der Expansion des Reiches war die Eroberung der bis dahin unabhängigen syrischen Stadt Til Barsip am Euphrat 856 v. Chr., die einen wichtigen Flussübergang beherrschte. Fortan war Til Barsip eines der wichtigsten Zentren der assyrischen Herrschaft im Westen. Die Bedeutung der Stadt wurde dadurch unterstrichen, dass etwa 100 Jahre nach ihrer Eroberung ein Palast im Zentrum der Stadt erichtet wurde, welcher ganz im Stile der assyrischen Königspaläste im Zentrum des Reiches gehalten war. Als bislang einzig bekannter assyrischer Provinzpalast wurde er mit Wandmalereien in den wichtigsten Räumen des Palastes ausgestattet, die ein umfangreiches und durchdachtes Dekorationsprogramm bildeten. Sie umfassten dekorativ-ornamentale Friese, apotropäische Wesen an manchen Eingängen und detaillierte szenische Darstellungen. Die Wandmalereien kommunizierten die nahezu grenzenlose Macht des assyrischen Königs in Einklang mit der assyrischen Ideologie. Sie bildeten zugleich aber auch ein Panorama der Maßnahmen der imperialistischen assyrischen Außenpolitik ab, durch das fremde Gesandte eingeschüchtert und zu Wohlverhalten gegenüber dem assyrischen König angehalten werden sollten. Weiterhin dienten sie dazu, Fremde wie Assyrer an das korrekte Verhalten in Gegenwart des Königs zu erinnern. Im Vortrag wird ermittelt, wie diese diversen Botschaften im Zusammenspiel zwischen den Malereien und dem gebauten Raum sowie durch Struktur und Inhalt der Wandmalereien vermittelt wurden.

06. 11. 2010 Zwischen Transparenz und Unzugänglichkeit: Westsyrische Paläste der Eisenzeit

Gehalten beim Kolloquium 2010 des Deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas Herrschaft und Repräsentation in Palästina und Syrien

In der Mittleren Eisenzeit (ca. 10.-6. Jahrhundert v. Chr.) etablierten sich in Westsyrien eine Reihe kleinerer Territorialstaaten, die oft als späthethitisch, syro-hethitisch, oder aramäisch-luwisch bezeichnet werden. Eine Analyse von Standort, Ausrichtung, Grundriss und Fassadengestaltung der Paläste in den Hauptstädten dieser Staaten lässt darauf schließen, dass ihnen ein gemeinsames kulturelles Konzept zugrunde lag, das mit den Begriffen "Transparenz" und "Unzugänglichkeit" gekennzeichnet werden kann. Den an der Herrschaft beteiligten Eliten erschienen die Paläste augrund ihrer weiten, säulengestützten Eingänge wahrscheinlich als transparent und leicht zugänglich. Der Großteil der Bevölkerung bekam diese Eingänge und die oft prächtig ausgeschmückten Fassaden jedoch wohl nicht zu Gesicht; die Paläste waren meist hinter hohen Befestigungsmauern auf Zitadellen verborgen.

13. 01. 2009 Stadtbefestigungen neuassyrischer Residenzstädte

Gehalten in der Ringvorlesung des Instituts für Archäologische Wissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Dorf und Stadt. Siedlungsformen im Altertum

Befestigungen dienen dem Schutz, der Sicherheit. Hinter starken Mauern sind Menschen mit ihrem Hab und Gut wohl geborgen. Doch sie deswegen nur aus militärischer Sicht zu analysieren, greift zu kurz. Gerade das Beispiel der neuassyrischen Residenzstädte lässt erkennen, dass Befestigungen über viele Bereiche von Gesellschaft Auskunft geben, wenn man sie in einem größeren Kontext als dem der Kriegsführung betrachtet. Als monumentale Bauwerke erforderten sie die Mobilisierung vieler Arbeitskräfte und die Beschaffung großer Mengen an Baumaterial: wie war diese Arbeit organisiert? In Assyrien waren Stadtmauern, Bauprojekte der Könige. Sie hatten nicht nur die Macht, diese Bauprojekte zu koordinineren, sondern auch die Pflicht gegenüber ihren Untertanen. Durch den Bau von Stadtmauern demonstrierten sie die Fürsorge für ihr Volk und nutzten sie zugleich, um ideologische Botschaften zu vermitteln. Weiterhin gibt die Lage der Stadttore Auskunft über das Straßensystem innerhalb einer Stadt und ihre Einbindung in das Wegenetz der Region, und die Gestalt einer geplanten Stadt lässt Rückschlüsse auf bestimmte Konzepte von Stadt und Welt zu. Befestigungen haben also viel mehr als nur eine Schutzfunktion.

20. 11. 2007 Forschungsgeschichte: Vorderasiatische Archäologie und Zeitgeschichte

Gehalten in der Veranstaltung Einführung in die Vorderasiatische Altertumskunde, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Archäologische Forschung vollzieht sich stets in einem größeren gesellschaftlichen und politischen Kontext, der bestimmte Einflüsse auf Forschende wie Forschung hat. Kenntnisse über die Bedingungen unter denen archäologische Forschung stattgefunden hat und unter denen archäologische Kenntnisse erworben wurden, sind unabdingbar, um den heutigen Stand der Forschung und auch seine Grenzen zu verstehen. In einem gerafften Überblick wurden daher von den ersten wissenschaftlich bedeutenden Orientreisenden über die Anfänge der Archäologie im vorderasiatischen Raum bis zu der Entwicklung moderner, wissenschaftlicher Ausgrabungsmethoden die wichtigsten politischen, theoretischen und methodischen Entwicklungen in der Vorderasiatischen Archäologie resümiert.