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Iranexkursion 2007

Vom 19. Oktober bis 5. November 2007 nahm ich an einer Exkursion des Instituts für Vorderasiatische Archäologie der Universität Freiburg in den Iran teil. Fast drei Wochen lang bewegten wir uns auf den Spuren vergangener Kulturen durch das Land, wobei wir vom Ankunftsort Teheran aus zu einer großen Rundfahrt durch den westlichen und den Zentraliran aufbrachen. Wir besuchten prähistorische Ausgrabungen und einige bedeutende historische wie moderne Städte, wie etwa Isfahan und Schiraz. Wir besichtigten Monumente der großen iranischen Hochkulturen der Achämeniden, Parther und Sassaniden ebenso wie Zeugnisse der islamischen Geschichte des Landes. Und wir durchquerten das Zagrosgebirge und die westiranische Tiefebene, passierten den Urmiasee genauso wie die Persische Pforte, einen Pass, der den Zugang zum zentraliranischen Hochland ermöglicht und unter anderem von Alexander dem Großen auf seinem Eroberungszug passiert worden war. Überreich an Erkenntnissen und Eindrücken kehrten wir schließlich nach Teheran zurück, von wo aus wir gen Heimat flogen.

Im Folgenden können sie anhand einiger Fotos und Texte einen Teil unserer Stationen kennenlernen und so in unsere Fußstapfen treten. Gute Reise!

Teheran

Den ersten Tag nach unserer Ankunft verbrachten wir in Teheran und Umgebung. Teheran selbst ist seit 1785 Hauptstadt des Iran, als es von den damaligen Schahs aus der Dynastie der Qajaren zum neuen Regierungssitz erwählt wurde, und ist heute mit Abstand die größte Stadt des Landes. In Teheran besuchten wir vor allem das Nationalmuseum, das Funde aus den vorislamischen Epochen der iranischen Kulturgeschichte beherbergt. Durch das Regierungsviertel spazierten wir zum zentralen Bazar der Stadt und ihrer Freitagsmoschee, die inmitten des Bazars liegt. Zuvor hatten wir die Orte Cheshme Ali und Rayy besichtigt, die heute gewissermaßen Vororte Teherans sind. Den Abend verbrachten wir schließlich in einem Restaurant, das in einem Garten auf einem Berg hoch über der Stadt lag.

Teheraner Tor

Aus dem späten 19. Jahrhundert stammt dieses Tor zum Regierungsbezirk. Die martialischen Bilder auf den glasierten Kacheln des Torschmucks sind jedoch - offensichtlich - zum Teil jüngeren Datums.

Nationalmuseum

Das Nationalmuseum wurde dem in Firuzabad ausgegrabenen Palast aus sassanidischer Zeit nachgebaut. Beeindruckend vor allem die Fassade mit dem als Iwan bezeichneten Portalbogen, einem typischen Element iranischer Architektur.

Ozbaki Tepe

Unser zweiter Reisetag führte uns von Teheran aus Richtung Nordwesten bis nach Zanjan, wobei wir unterwegs mehrere Orte besichtigten, nämlich Ozbaki Tepe, Qazwin und ein Mausoleum aus mongolischer Zeit in Sultaniyya. Sultaniyya selbst erreichten wir erst kurz vor Sonnenuntergang, ein Phänomen, das uns über die ganze Reise begleiten sollte: die Tage waren manchmal einfach zu kurz für unser Programm, so dass wir machen Ort nur flüchtig in der Abenddämmerung besichtigen konnten. Dabei hatten wir bei der Programmplanung schon im Vorhinein auf manches verzichtet.

Der Ozbaki Tepe ist eine seit den späten 1990er Jahren von iranischen Archäologen untersuchte Fundstätte, deren Besiedlungsgeschichte vom 4. Jahrtausend v. Chr. bis zum 6. Jahrhundert v. Chr. reicht. Außerdem liegen in seiner unmittelbaren Umgebung mehrere kleinere Fundstätten, die ebenfalls untersucht wurden und unterschiedliche Besiedlungsphasen zwischen dem 7. Jahrtausend v. Chr. und dem 4. Jahrhundert v. Chr. aufweisen.

Ozbaki Tepe

Ansicht des Ozbaki Tepes. Auch aus der Ferne deutlich zu erkennen ist der Mauerring einer gut erhaltenen Festung aus dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr., die den Siedlungshügel bekrönt.

Takht-i Suleiman und Zendan-i Suleiman

Einen der Höhepunkte unserer Reise bildete sicher der dritte Tag, an dem auf unserer Fahrt von Zanjan nach Orumiyeh am Urmia-See als einziger Punkt der Besuch des Takht-i Suleiman sowie des Zendan-i Suleiman auf unserem Programm stand. Der Takht-i Suleiman ist eine Stätte, die schon seit achämenidischer Zeit, etwa ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. in Gebrauch war, besondere Prominenz jedoch unter den Sassaniden genoss. Wohl im 5. Jahrhundert n. Chr. wurde auf dem Takht-i Suleiman, einem Plateau, in dessen Mitte ein Mineralsee liegt, ein großer Komplex errichtet, der vor allem einen Feuertempel beherbergte. Das ganze Plateau wurde zudem mit einem mächtigen Mauerring umgeben.

Nach der arabisch-islamischen Eroberung der Region verlor der Takht-i Suleiman irgendwann seine religiöse Bedeutung und wurde erst im 13. Jahrhundert wieder intensiver genutzt, als der Aqaba, ein Herrscher aus der mongolischen Dynastie der Il-Khane sich um den See herum ein Jagdschloss erbauen ließ.

Unweit des Takht-i Suleiman liegt der Zendan-i Suleiman, ein Vulkankegel, den wir bestiegen. Aus dem Krater stiegen uns schweflige Dämpfe entgegen, doch wurden wir mit einem grandiosen Fernblick, insbesondere auf den Takht-i Suleiman entschädigt.

Takht-i Suleiman

Blick über den See des Takht-i Suleiman auf die Ruinen des Jagdschlosses und des sassanidischen Feuertempels (ganz rechts). Das Jagdschloss umgab den See an allen Seiten, der sassanidische Komplex lag - abgesehen von einigen Einzelbauten - nördlich des Sees.

Takht-i Suleiman

Blick über den See des Takht-i Suleiman auf den Süd- und Westflügel des Jagdschlosses.

Zendan-i Suleiman

Der Aufstieg zum Vulkankegel des Zendan-i Suleiman ist kurz aber steil

Takht-i Suleiman

Vom Zendan-i Suleiman hat man einen ausgezeichneten Ausblick auf das Plateau des Takht-i Suleiman und die fruchtbare Hochebene zu seinen Füßen.

Hasanlu

Der nächste Tag führte uns zunächst zu einigen Ausgrabungsstätten südlich des Urmia-Sees, eines großen Salzsees im äußersten Nordwesten des Iran, die allesamt vorwiegend in den 1960er Jahren untersucht worden waren. Neben dem prähistorischen Fundort Hajji Firuz, wo nicht viel von den Ausgrabungen zu sehen war, besichtigten wir den Agrab Tepe, eine kleine Festung aus urartäischer Zeit, das heißt etwa dem 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. Der bedeutendste Ort in dieser Region war jedoch Hasanlu, das etwa ab dem 6. Jahrtausend v. Chr. besiedelt war. Am umfangreichsten bekannt ist aber die eisenzeitliche Stadt von Hasanlu (1. Jahrtausend v. Chr.), und insbesondere die Schicht IV C von etwa 1100-800 v. Chr., die durch ein Feuer zerstört wurde.

Gebäude BB II von Hasanlu

In der Schicht IV C verfügte Hasanlus Oberstadt über ein Ensemble von großen Gebäuden, die jeweils um eine Halle mit Säulen organisiert waren. Hier ein Blick in den Zentralraum des Gebäudes BB II, mit den Säulenbasen, die Aufschluss über die Position der Dachstützen geben. Die Ruinen in Hasanlu werden jährlich mit einem frischen Lehmputz versehen, um sie so zu schützen und zu erhalten.

Wasserbüffel

Beim Agrab Tepe, der in einem sumpfigen Teil des Tals liegt, begegneten wir auch einer Herde Wasserbüffel.

Ziwiyeh

Ziwiyeh ist eine eisenzeitliche Festung im Zagros-Gebirge, die wir erst bei Sonnenuntergang erreichten, nachdem wir eine lange Fahrt durch das Gebirge hinter uns hatten. Der Ort war wohl nur zwischen dem 9. und dem 7. Jahrhundert v. Chr. in Gebrauch, ist aber mutmaßlicher Herkunftsort einer Menge qualitativ hochwertiger Objekte aus Elfenbein, Silber und Gold, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Kunsthandel auftauchten. In der Abenddämmerung erklommen wir so gerade eben noch die in drei Terrassen angelegte Festung.

Ziwiyeh

Vollmond über der Festung von Ziwiyeh.

Tepe Nusch-i Jan

Tepe Nusch-i Jan ist ein kleiner, aber bemerkenswerter Fundort aus medischer Zeit, den wir auf unserem Weg von Hamadan nach Kermanschah besuchten. Etwa von der Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. existierten hier eine kleine Festung und ein Feuertempel, der als der älteste derzeit bekannte Feuertempel Irans gilt. Zwischen 1967 und 1977 ausgegraben wurde ein Großteil des Komplexes nach der Restaurierung mit einem Schutzdach versehen und ist dadurch hervorragend erhalten.

Tepe Nusch-i Jan

Ansicht des Tepe Nusch-i Jan von Osten, wo sich der mutmaßlich einzige Zugang zum Komplex befand.

Säulenhalle in Tepe Nusch-i Jan

Bestandteil des Gebäudekomplexes war auch eine große Säulenhalle. Das "Loch" in der Mitte der Hall war der Eingang zu einem unterirdischen Tunnel. Unter dem Schutzdach hinter der Halle steht der Feuertempel.

Godin Tepe

Weitere Stationen an diesem siebten Tag unserer Reise waren der Tepe Giyan und Godin Tepe. Während Tepe Giyan weitgehend von Bulldozern abgeräumt wurde und heute mitunter der Dorfjugend als Parcours für ihre Motorräder dient, ist Godin Tepe noch heute ein beeindruckend großer Siedlungshügel. Um mehr als 30 Meter erhebt sich der Hügel heute noch über das Umland. Vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis etwa zur Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. war der Ort wohl dauerhaft bewohnt, so dass sich erhebliche Massen an Kulturschutt langsam zu diesem imposanten Hügel aufgetürmt haben, der dann im 7. Jahrhundert v. Chr. und im 15. Jahrhundert n. Chr. nochmals kurzzeitig als Standort kleinerer Niederlassungen gewählt wurde. Gleichfalls beeindruckend war der Einschnitt an der Nordflanke des Hügels, wo die archäologischen Ausgrabungen in den 1960er und 1970er Jahren Schicht um Schicht abgetragen hatten, um die Geschichte des Ortes zu ergründen. Von den dort und an anderen Stellen freigelegten Gebäuden war indes aufgrund der seitdem stattgefundenen Erosion der Lehmziegelbauten nur noch weniges zu erahnen.

Godin Tepe

Gesamtansicht des Godin Tepe.

Kangavar

Als letzte Station auf dem Weg von Hamadan nach Kermanshah erreichten wir am frühen Abend Kangavar. Dort befindet sich eine Plattform mit den gewaltigen Ausmaßen von 224 mal 209 Metern, die zumeist als Bestandteil einer Tempelanlage gedeutet wird. Nur weniges ist von dem einstmals darauf stehenden Gebäude ausgegraben worden, was die Interpretation erschwert. Interessant sind jedenfalls die Säulen, die an mindestens drei Seiten der Plattform aufgestellt wurden.

Kangavar

Die Plattform von Kangavar von der Südseite gesehen, von wo aus sie über eine zweiflüglige Treppe betreten werden konnte.

Westseite der Plattform von Kangavar

An der Westseite der Plattform sind die Verkleidung der Plattform mit Kalksteinquadern und einige erhaltene Säulen zu sehen. Im Hintergrund die Kuppel einer Moschee, die sich im hinteren Bereich der Plattform befindet.

Taq-e Bostan

Der folgende, achte Tag unserer Reise, stand vor allem im Zeichen von Felsreliefs. Diese Art von Propaganda hat im Iran und zumal im Zagros-Gebirge eine lange Tradition, die weit in vorchristliche Zeit zurückreicht. Vor allem die Herrscherdynastien der Achämeniden (6.-4. Jahrhundert v. Chr.) und der Sassaniden (3.-7. Jahrhundert n. Chr.) haben zahlreiche und besonders herausragende Felsreliefs hinterlassen, von denen wir an diesem Tag einige in Taq-e Bostan und Bisutun zu sehen bekamen.

Taq-e Bostan liegt am Stadtrand von Kermanshah, wo wir in der Nacht Quartier gemacht hatten, so dass wir uns bald nach dem Frühstück dort einfinden konnten. Unweit einer Quelle haben sich hier mehrere sassanidische Könige im Fels verewigt. Es finden sich zwei in den Fels geschlagene Grotten mit umfangreicher Reliefausstattung sowie ein daneben aus dem Fels gearbeitetes weiteres Felsrelief.

Park bei Taq-e Bostan

Die Felsgrotten und -reliefs von Taq-e Bostan befinden sich heute in einem Park mit einem Teich. Sie befinden sich am Berghang im Hintergrund des Bildes.

Taq-e Bostan

Die beiden Felsgrotten mit sassanidischen Reliefs. Ein weiteres Relief befindet sich etwas weiter rechts.

Bisutun

Bisutun ist vor allem für das große Felsrelief und die Inschrift des Achämenidenkönigs Dareios I. bekannt. Relief wie Inschrift thematisieren die Legitimation des Königs und den Sieg über seine Feinde, die sich gegen ihn erhoben haben sollen. Die Inschrift ist in drei verschiedenen Sprachen abgefasst: altpersisch, elamisch, und babylonisch. Während die elamische und die babylonische Inschrift in der traditionellen Keilschrift abgefasst sind, hatte man zu jener Zeit für das Altpersische eine nahezu alphabetische Schrift mit einem sehr viel kleineren Satz aus Keilschriftzeichen entwickelt, was ihre Entzifferung erleichterte. Eine Kopie der langen Inschrift trug im 19. Jahrhundert dann entscheidend zur Entschlüsselung der beiden anderen Sprachen und der Keilschrift bei.

Daneben finden sich aber auch einige andere Denkmäler und Inschriften aus verschiedenen späteren Zeiten am Felsen von Bisutun.

Bisutun

Der Felsen von Bisutun mit einer späten Inschrift im unteren Bereich und dem aus der Entfernung kaum erkennbaren Relief des Dareios.

Felsrelief und -inschrift Dareios I.

Das Relief Dareios I. Die Inschrift befindet sich auf den scheinbar glatten Felsflächen neben und unterhalb des Bildes. Heute kann man über eine Stahltreppe dem Relief recht nahe kommen, früher war es nahezu unerreichbar hoch im Fels.

Heraklesskulptur

Aus dem Fels geschlagene Figur eines eher larmoyanten Herakles, der seine Waffen abgelegt hat.

Karawanserai bei Bisutun

Da der Felsen von Bisutun an einer wichtigen Handelsstraße lag, wurde an seinem Fuß in viel späteren Zeiten auch eine Karawanserai errichtet.

Susa

Aus dem Zagros führte uns einen Tag nach der Besichtigung von Bisutun unsere Fahrt hinab in die südwestiranische Tiefebene, das alte Elam, wo sich auch im Spätherbst die Nähe des Persischen Golfes und die niedrige Lage durch Temperaturen von nahezu 40 Grad bemerkbar machten. Auch für die Achämeniden war Elam nach dem persischen Hochland, woher sie stammten, eine der wichtigsten Regionen in ihrem ausgedehnten Großreich. Jedenfalls wurde Susa als Standort eines Palastes ausgewählt und war Ausgangspunkt der sogenannten Königsstraße, die das persische Großreich bis nach Sardis an der westtürkischen Küste durchquerte.

Susa war auch eine von zwei Stationen auf unserer Route, nachdem wir zunächst den zweitgrößten Siedlungshügel der iranischen Tiefebene, Chogha Mish, besucht hatten. Dort waren allerdings kaum mehr Strukturen zu erkennen, jedoch entdeckten wir einige sogenannte "Glockentöpfe", eine besondere und weitverbreitete Keramikform des 5. und 4. Jahrtausends v. Chr. In Susa hingegen, dass sich schon in prähistorischer Zeit zur größten Ansiedlung in dieser Region entwickelt hatte, gab es mehr zu sehen. Schon seit 1884 finden in Susa immer wieder Ausgrabungen - meist französischer - Archäologen statt. Dadurch sind große Teile des großen Siedlungshügel erforscht worden, wenn auch - besonders in den frühen Phasen der Ausgrabungen - nicht immer mit aus heutiger Sicht adäquaten Methoden. Die mitunter tief in den riesigen Hügel eingegrabenen Schnitte der Archäologen ließen uns relativ leicht die einzelnen Grabungsareale erkennen, von der Architektur dort hatte sich indes kaum etwas erhalten. Allein der Palast Dareios I. sowie ein zweiter achämenidischer Palastkomplex, den wir wegen seiner abseitigen Lage nur aus der Ferne erspähten, waren angemessen konserviert worden.

Palast Dareios I. in Susa

Der Palast Dareios I., dessen Grundmauern zumindest konserviert sind, - und eine Telefonzelle.

Chateaux von Susa

Das imposanteste Monument in Susa ist das jüngste: das Grabungshaus der französischen Forscher ist eine regelrechte Burg, zu deren Errichtung sich die ersten Ausgräber im 19. Jahrhundert gezwungen sahen, um sich vor Nomadenüberfällen zu schützen.

Chogha Zanbil

Der zweite Tag in der Tiefebene führte uns zu zwei anderen prominenten archäologischen Stätten, nach Chogha Zanbil und Haft Tappeh, beides Stätten aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. Beeindruckend ist vor allem das sehr großflächig ergrabene Chogha Zanbil, eine im 13. Jahrhundert v. Chr. von dem elamischen König Untasch-Napirischa neu gegründete Residenzstadt. Im Zentrum von Chogha Zanbil steht eine noch verhältnismäßig gut erhaltene Zikkurat, ein kultischen Zwecken dienender Stufenturm nach mesopotamischem Vorbild. Die Grundfläche dieses gewaltigen Bauwerks beträgt 105 mal 105 Meter, und es ist noch bis zu 25 Meter hoch erhalten, was mutmaßlich etwa der Hälfte der ursprünglichen Höhe entspricht. Die Zikkurat ist von zwei Mauerringen umgeben, zwischen denen eine Reihe von Tempeln für die verschiedenen Götter des elamischen Pantheons angelegt wurden. Im äußeren Bereich der Stadt, der von einer etwa vier Kilometer langen Stadtmauer umgeben war, konnten unter anderem Überreste eines weiteren Tempels sowie von Palastgebäuden identifiziert werden. Weite Teile dieses Geländes bleiben jedoch noch unerforscht.

Landschaft bei Chogha Zanbil

Blick von den Hügeln, die Chogha Zanbil umgeben, in die Tiefebene mit dem Fluss Dez.

Zikkurat von Chogha Zanbil

Die beeindruckende Zikkurat von Chogha Zanbil. Die Strukturierung des Gebäudes in nach oben jeweils kleiner werdende Plattformen ist in Ansätzen auf den untersten Ebenen noch erkennbar.

Aufgang zur Zikkurat von Chogha Zanbil

Anders als bei den meisten mesopotamischen Zikkuraten führten in Chogha Zanbil die Treppen nicht außerhalb, sondern im Inneren auf die Zikkurat. Treppen bestehen auf allen vier Seiten des Gebäudes.

Bischapur und Tang-e Chowgan

Der nächste Tag führte uns zurück in gebirgige Gefilde, da wir uns auf den Weg ins zentraliranische Schiraz machten. Auf dem Weg hielten wir in der Ruinenstadt Bischapur, die vor allem in sassanidischer Zeit besiedelt war. Aufgrund der Tatsache, dass viel mit Stein gebaut wurde, sind viele Gebäude noch sehr gut erhalten, so etwa Teile eines Palastes, in dem sogar noch Fragmente der Stuckverzierungen und Wandmalereien zu sehen sind, die Stadtbefestigungen, und ein tief eingegrabener Tempel für die Göttin Anahita. Außerdem zeugen die Reste einer Moschee von der Ankunft des Islam im siebten Jahrhundert.

In einer nahe Bischapur gelegenen Schlucht namens Tang-e Chowgan befinden sich zudem weitere sassanidische Felsreliefs. Schapur I. (reg. 241-272 n. Chr.), der Bischapur als seine Residenz gegründet hatte, verewigte hier vor allem seine Triumphe über gleich drei römische Kaiser.

Palast von Bischapur

Von einer Erhebung im nicht ausgegrabenen Bereich aus kann man sich einen gewissen Überblick über den Palast von Bischapur verschaffen. Im Zentrum liegt ein großer Innenhof, der an seinen einzelnen Seiten jeweils über Iwane verfügte. Das sind zum Hof hin gänzlich geöffnete Annexe, die einstmals jedoch mit einem Gewölbe oder einer Halbkuppel überdacht waren.

Bischapur: Palastinnenhof

Der Blick in den Palastinnenhof lässt gut die Iwane sowie die Nischen erkennen, welche die Wände strukturierten. Das Stuckdekor hat sich jedoch nur noch an wenigen Stellen erhalten.

Bischapur: Anahita-Tempel

Weit tiefer als das ihn umgebende Terrain liegt der Innenhof des Anahita-Tempels, der über noch intakte Treppen erreicht werden kann.

Felsrelief Schapurs I. in Tang-e Chowgan

Schapur - zu Pferde - triumphiert über die drei römischen Kaiser: Gordion fällt im Kampf gegen Schapur, weshalb er unter dessen Pferd liegend dargestellt ist. Philipp hingegen kniet vor Schapur und entrichtet Tribut. Valerian schließlich wurde gefangengenommen, Schapur führt ihn daher an der Hand.

Schiraz

Schiraz in der Provinz Fars ist die Stadt der Dichter und der Gärten. In einer fruchtbaren Hochebene im südlichen Zagrosgebirge gelegen, die in der Antike das Zentrum des achämenidischen Reiches war, wurde Schiraz selbst erst im 7. Jahrhundert n. Chr. gegründet. In Schiraz wirkten zwei der bekanntesten persischen Dichter: Sa'di, der unter anderem eine Sammlung von Lehrgedichten, den Bustan, und eine Prosasammlung lehrreicher Anekdoten und Geschichten, den Gulistan verfasste, sowie Hafiz, dessen Liebeslyrik unter anderem Goethe zu dessen West-östlichen Diwan inspirierte. Mehrere Gärten aus dem 18. und 19. Jahrhundert werden in Schiraz auch heute noch gepflegt.

Bevor wir uns den archäologischen Sehenswürdigkeiten der Region zuwandten, war zunächst ein ganzer Tag Schiraz selber gewidmet - ein lohnenswertes Unterfangen!

Arg (Festung) von Schiraz

Die Arg genannte Festung von Schiraz wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet, als Schiraz nach einer Periode der Unsicherheit unter Karim Khan Zand zu Frieden und neuem Wohlstand kam.

Detail in der Masjid-i Wakil

Karim Khan Zand, der den Titel Wakil ("Bevollmächtigter") annahm, hinterließ eine Vielfalt an Bauwerken, darunter die nach ihm benannte Moschee des Wakil. Das Bild zeigt die reichverzierte Halbkuppel eines Iwans dieser Moschee.

Kuppel in der Masjid-i Wakil

Detail einer Kuppel in der Masjid-i Wakil, der Moschee des Wakil, von Schiraz.

Khan im Bazar-i Wakil

Direkt neben der Moschee ließ der Wakil zudem ein Hamam, ein Bad, und einen Bazar errichten, der auch mehrere Khane, Handelshöfe, einschließt, in denen von auswärts kommende Händler sich einmieten konnten, um ihre Waren zu verkaufen. Hier zu sehen ist der Innenhof eines dieser Khane.

Nasir al-Mulk-Moschee in Schiraz

Die durch die Buntglasfenster einfallenden Sonnenstrahlen tauchen die westliche Gebetshalle der Nasir al-Mulk-Moschee in ein bezauberndes warmes Licht. Die Moschee wurde im späten 19. Jahrhundert von ihrem Namensgeber gestiftet, der aus der damals herrschenden Familie der Qajaren stammte.

Masjid-i Nau

Leider sind nicht alle Moscheen in einem guten Zustand, wie der Blick in den Innenhof der Masjid-i Nau offenbart. Diese "Neue Moschee" stammt aus der Regierungszeit von Sa'd ibn Zangi (reg. 1175-1230) und ist mit ihrem 100 mal 200 Meter großen Innenhof eine der größten Moscheen des Landes.

Bagh-e Narenjestan

Die Gärten von Schiraz sind in der Regel verbunden mit einem Pavillion oder kleinen Palais wie etwa hier der Bagh-e Narenjestan, ein Stadthaus mit Garten aus dem 19. Jahrhundert.

Bagh-e Eram

Die Pavillione, hier im Bagh-e Eram, sind oft reich dekoriert mit glasierten Kacheln, die Bilder und reiches Blumendekor zeigen. Ein wichtiger Bestandteil aller Gärten sind Brunnen, Wasserbecken und Kanäle, die auch zur Bewässerung der Pflanzen dienen.

Rose

Eine Rose im Bagh-e Eram. Rosen und andere Blumen wurden in der Gegend von Schiraz im Mittelalter gezüchtet und angebaut, um aus ihnen Essenzen für Arzneien und Parfüme zu gewinnen.

Grab des Hafiz

Ein kleiner Pavillion ziert heute das Grab des Hafiz, das natürlich in einem Garten liegt.

Persepolis

Der zweite Tag in Fars war dann wieder ganz der Archäologie und der Antike gewidmet. Den Vormittag verbrachten wir in Persepolis, der grandiosen Residenz der Achämeniden. Auf einer gewaltigen Plattform findet sich hier ein großes Ensemble aus Palästen, die nach und nach von den Königen der Achämeniden errichtet wurden. Gegründet wurde Persepolis von Dareios I., dessen Hinterlassenschaften wir schon in Form des großen Felsreliefs von Bisutun begegnet waren. Im Morgendunst näherten wir uns dieser beeindruckenden Stätte, erklommen sodann die großzügige Treppe, die auf die Plattform hinaufführt und durchscritten zügig den ganzen Komplex, um uns zunächst einmal von dem oberhalb von Persepolis in den Fels geschlagenen Königsgrab aus einen Überblick zu verschaffen. Danach erkundeten wir nach eigenem Gutdünken die Stätte.

Es ist schwer zu sagen, was in Persepolis eigentlich am Beeindruckendsten ist: die hohen, wenn auch nur in geringer Zahl erhaltenen bzw. wieder aufgerichteten Säulen des Apadana? Die Reliefs der vielen Gesandschaften aus dem ganzen riesigen Persischen Reich an seiner Freitreppe? Der Hundert-Säulen-Saal des Xerxes? Die kolossalen Wächterfiguren am Tor aller Länder? Die unzähligen Räume und Hallen der weiteren Paläste? Auch wenn nicht aus einem Guss geschaffen, so ist Persepolis in seiner Gesamtheit noch heute imposant - wie mag es erst gewesen sein, als es noch nicht in Trümmern lag? Die Eindrücke, die wir aus den gut drei Stunden in Persepolis mitnahmen, waren jedenfalls so reich und überwältigend, dass sie für mehrere Tage ausgereicht hätten. Indes hatten wir noch einige andere Ziele an jenem Tag.

Persepolis

Von einem zweiten Felsgrab südöstlich der Terrasse aus gelingt es, die gesamte Anlage in den Blick zu nehmen. Auffällig ist die Prominenz von mit Säulen gestalteten Hallen und Sälen in praktisch allen Gebäuden des Komplexes, auch wenn davon häufig allein die Säulenbasen zurückgeblieben sind.

Tor aller Länder

Wer Persepolis über die Monumentaltreppe betrat, musste das Tor aller Länder, einen quadratischen, monumentalen Torbau durchqueren, der von gigantischen geflügelten Stierskulpturen flankiert und geschützt wurde.

Apadana-Treppe

Das Apadana, ein Gebäude, dessen Zentrum ein riesiger Säulensaal war, wurde über eine monumentale Treppe betreten. An den Wangen dieser Treppe waren Reliefs angebracht, die zum einen die Leibgarde des Königs und zum anderen eine unendliche Reihe von Gesandten aus allen Teilen des Reiches mit ihren Gaben und Tributen für den König zeigte.

Dareios-Palast

Im Kleinen und in Varianten wiederholen mehrere Gebäude das am Apadana vorgegebene Muster für die Verzierung der Treppenwandungen, so auch eine Treppe am Wohnpalast des Dareios. Zu den wiederkehrenden Motiven gehört auch der einen Stier reißende Löwe.

Naqsch-i Rustam

Nach einer Mittagspause brachen wir auf zu kürzeren Haltestellen: Tall-i Bakun, ein kleiner prähistorischer Ort unweit von Persepolis, wo nur noch spärliche Spuren der lange zurückliegenden Ausgrabungen zu erkennen waren, Naqsh-i Rajab, eine Stätte mit sassanidischen Felsreliefs, die am Weg lag, Estakhr, die Ruinen einer weiteren antiken Stadt, von denen aber nicht viel zu sehen ist, so dass wir uns aufgrund des Zeitmangels mit einem kurzen Blick von der Straße begnügten.

Schließlich wartete auf uns eine zweite besonders sehenswerte Stätte: Naqsch-i Rustam. Naqsch-i Rustam ist im Wesentlichen eine fast senkrecht abfallende Felswand, die von mehreren Achämenidenkönigen zur Anlage von riesigen Felsgräbern genutzt wurde. Hoch oben in den Felsen wurden die Grabkammern gehauen und mit Nischen umgeben, die zur Anbringung von Felsreliefs und Architektur nachahmendem Dekor genutzt wurden. Die Prominenz der stets sichtbaren Grabmale regte dann Jahrhunderte später mehrere sassanidische Könige dazu an, sich hier gleichfalls zu verewigen, und zwar in Form von Felsreliefs, die oft Kampfszenen der berittenen Königen darstellen. Auch ein weiteres Triumphrelief Schapurs I. mit den besiegten römischen Kaisern findet sich darunter. Außerdem wurde ein sehr gut erhaltener Turm aus achämenidischer Zeit ausgegraben, dessen Funktion nicht letztendlich geklärt ist.

Naqsch-i Rustam

Die Felswand von Naqsch-i Rustam bei Sonnenuntergang und der Turm der Ka'ba-i Zarduscht. Gut zu erkennen sind die vier kreuzförmigen Nischen der aus dem Fels gehauenen Grabmäler.

Pasargadae

Eine weitere achämenidische Residenzstadt besichtigten wir am nächsten Tag, bevor wir weiterfuhren gen Isfahan: Pasargadae. Von Kyros II., dem Großen, gegründet, der als Begründer des Persischen Weltreiches gilt, verteilen sich die Ruinen mehrerer Palastkomplexe und Pavillions in einem weitläufigen ebenen Areal. Bewässerungsrinnen zeugen davon, dass die Paläste einst von Gärten umgeben waren. Von den Palästen selbst ist allerdings nur weniges erhalten: die Fundamente und einzelne Teile der einstigen aufgehenden Strukturen wie Säulen und Türlaibungen. Doch immerhin lässt dies noch erahnen, wie die Paläste einst ausgesehen haben. Das am Besten erhaltene Denkmal des Ortes war bei unserem Besuch leider zu Restaurierungszwecken eingerüstet: das Grabmal des Kyros, eine kleine Grabkammer, die auf einem mehrstufigen Sockel ruht. Die Ebene mit dem Grabmal, den Palästen und Gärten wird überragt von einem Hügel, der Tall-i Takht, mit den Ruinen eines großen terrassierten und befestigten Komplexes.

Palast S von Pasargadae

Der Palast S ist einer von zwei Palastbauten. Einsam ragt eine einzelne von einstmals acht großen und Dutzenden kleinen Säulen in den Himmel. Der Palast bestand aus einer zentralen Säulenhalle, zwei kleinen Eckräumen und an allen vier Seiten nach außen hin geöffneten weiteren Säulenhallen.

Yazd-e Khwast

Unsere zweite Station auf dem Weg nach Isfahan war das Dorf Yazd-e Khwast, wo man noch die Ruinen traditioneller Lehmziegelarchitektur besichtigen kann. Das alte Dorf von Yazd-e Khwast wurde offensichtlich verlassen, weil es, an einem Flusstal gelegen, sehr stark von Erosion bedroht ist. Viele Häuser sind bereits teilweise von ihrem Plateau abgerutscht, so dass man mitunter mitten in die Häuser hineinblickt. Trotzdem - oder gerade deswegen - ein sehr anschauliches Beispiel von Lehmziegelarchitektur für uns Archäologen, die wir auch oft mit den Resten von Lehmziegelbauten befasst sind. Außerdem bekamen wir noch eine gut restaurierte sassanidische Karawanserai zu sehen, die nahe der Dorfruinen liegt.

Yazd-e Khwast

Die Ruinen des alten Yazd-e Khwast liegen mittlerweile auf einem nur noch schmalen Plateau jenseits der Straße.

Häuser von Yazd-e Khwast

An vielen Stellen sind auch noch die hölzernen Bestandteile der Häuser erhalten, wie etwa die aus den Fassaden hervorragenden Deckenbalken.

Isfahan

Isfahan verdankt seine Existenz dem Zayandeh-Rud, der die sonst trockene Hochebene um die Stadt herum mit Wasser von den Bachtiyari-Bergen versorgt. Schon in achämenidischer Zeit ist eine Siedlung historisch belegt, wenn auch nicht genau lokalisiert. In sassanidischer Zeit bestanden mehrere Siedlungen, aus denen in islamischer Zeit allmählich die Stadt Isfahan zusammenwuchs. Zu verschiedenen Zeiten residierten hier Zweige einflussreicher Dynastien, die die Stadt förderten, so etwa die Buyiden (Mitte 10. bis Mitte 11. Jahrhundert) oder die Seldschuken (Mitte 11. bis Ende 12. Jahrhundert). Nach Jahrhunderten vieler kriegerischer Auseinandersetzung eroberten schließlich die Safawiden im Jahr 1502-1503 die Stadt und förderten sie von Beginn an. Um 1597 erwählte Schah Abbas I. sich Isfahan zur neuen Residenz und leitete ein umfangreiches Bauprogramm ein, welches das Stadtbild bis heute prägt. Abseits des alten Stadtzentrum ließ er die Prachtstraße Chahar Bagh ("Vier Gärten") anlegen, an der sich die Würdenträger des Hofes niederließen. Hauptprojekt der neuen Stadtplanung war jedoch der Maidan-i Schah, ein riesiger Platz (159 mal 524 Meter), von Arkaden mit Läden und Wohnungen umgeben, an den sich auch der Palastkomplex mit seinen Gärten und Pavillions, der königliche Bazar und zwei prächtige Moscheen anschlossen. Trotzdem behielten die alte Freitagsmoschee mit ihrer langen Geschichte und der an sie angeschlossene alte Hauptbazar ihre Bedeutung.

Dankenswerterweise blieben uns zwei ganze Tage Zeit, um die Stadt zu erkunden, zunächst einen Tag gemeinsam, sodann am zweiten Tag auf eigene Faust.

Si-o-Se-Pol

Der Zayandeh-Rud, die Lebensader Isfahans wird von mehreren grandiosen Brücken überspannt, hier die Si-o-Se-Pol oder Allahwirdi Khan-Pol aus dem Jahr 1602.

Freitagsmoschee von Isfahan

Die alte Freitagsmoschee von Isfahan, deren Ursprünge bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen, wurde im Lauf der Geschichte unzählige Male erweitert und umgebaut, so dass sich in ihr auch die Geschichte der Stadt und des Landes spiegelt. Um den großen Innenhof gruppieren sich vier Iwane und verschiedene Gebäudetrakte, die von insgesamt 476 Kuppeln überspannt werden. Bemerkenswert ist auch die Vielfalt der in Backstein ausgeführten Dekorationen.

Maidan-i Imam

Der ursprünglich Maidan-i Schah, heute Maidan-i Imam genannte Hauptplatz der Stadt ist das neue Zentrumm der safawidischen Stadtplanung. Hier wurden ursprünglich auch Polospiele und andere Veranstaltungen zum Amüsement der Schahs ausgetragen.

Ali Qapu

Eine Kuppel im Ali Qapu, dem Torgebäude zum Palastbereich. Das Ali Qapu liegt am Maidan und verfügte über eine Aussichtsplattform, von der aus das Geschehen auf dem Platz verfolgt werden konnte.

Chehel Sotun

Im weitläufigen Palastbezirk zwischen der Prachtstraße Chahar Bagh und dem Maidan-i Schah existierten zahlreiche Pavillions, von denen einige noch heute erhalten sind. Charakteristisch ist die Gestaltung der Vorderseite mit einem Iwan sowie einem Talar, einer offenen Säulenvorhalle wie hier beim Chehel Sotun Pavillion aus dem 17. Jahrhundert.

Chehel Sotun

Im Inneren waren die Pavillions prächtig ausgestattet, so etwa mit üppigen Wandmalereien, wie ein Blick in den Chehel Sotun Pavillion offenbart.

Scheich Lutfallah-Moschee

Gegenüber dem Ali Qapu steht am Maidan die kleine Scheich Lutfallah-Moschee, die auch unter Schah Abbas I. errichtet wurde.

Kuppel der Scheich Lutfallah-Moschee

Im Inneren ist die Scheich Lutfallah-Moschee komplett mit Fayence-Fliesen ausgestattet. Unter der Kuppel sorgt ein Ring von Fenstern für die Beleuchtung des einzigen Innenraums.

Gebetssaal der Schah-Moschee

Am Südende des Platzes wurde ab 1612 die größere Schah-Moschee erbaut, die erst 1631 oder 1640 fertiggestellt wurde und als neue Freitagsmoschee gedacht war. Auch sie ist reich ausgeschmückt. Hier ein Blick in den Gebetssaal.

Kuppel der Schah-Moschee

Die Hauptkuppel der Schah Moschee.

Bethlehem-Kirche

Innenraum der Bethlehem Kirche im armenischen Stadtviertel Neu-Julfa. Armenische Händler und Handwerker wurden von Schah Abbas bewusst zur Stärkung der Wirtschaft nach Isfahan geholt.

Arisman

Am letzten Tag vor der Abreise standen auf dem Weg von Isfahan nach Teheran noch mehrere Orte auf unserem Programm. Schwerpunkt war die frühe Metallurgie auf dem zentraliranischen Plateau. So hielten wir zunächst in der Gegend von Arisman, wo Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts Wohnhäuser und Werkstätten aus dem 4. und 3. Jahrtausend v. Chr. freigelegt haben. Obwohl deutliche Spuren der Kupfergewinnung und Verarbeitung, so etwa Unmengen an Schlacken, noch heute überall zu finden sind, wurden bis dahin nur Keramikwerkstätten entdeckt. In der flachen Ebene von Arisman, die kaum Erhebungen aufweist, irrten wir erst ein wenig herum, bevor wir doch noch die Ausgrabungsareale entdeckten.

Arisman

Die Hochebene bei Arisman und die Karkas-Berge im Hintergrund.

Bagh-e Fin

Zur Entspannung nach dem Umherirren in der wüstenhaften Ebene bei nahezu 30 Grad, suchten wir als nächstes eine Gartenanlage bei Kashan auf, den Bagh-e Fin. Die Nähe reichlich sprudelnder Quellen ausnutzend hatten hier die Herrscher der Safawidendynastie im 17. Jahrhundert Pavillions und Gärten angelegt. Nach einem Erdbeben 1776 restaurierten die Qadjaren Anfang des 18. Jahrhunderts den Bagh-e Fin und nutzten ihn wie ihre Vorgänger zur Erholung und als Ausgangspunkt für Jagden.

Bagh-e Fin

Blick entlang der Hauptachse auf den zentralen Pavillion des Bagh-e Fin.

Tappeh Sialk

Mit dem abschließenden Besuch des Tappeh Sialk begaben wir uns schließlich am späten Nachmmittag wieder zurück in prähistorische Gefilde. Der sich über zwei Ruinenhügel erstreckende Ort war schon im 5. Jahrtausend v. Chr. bewohnt und wurde bald zu einem Zentrum der Kupferproduktion. Bemerkenswert ist auch die am Ende des 4. Jahrtausends errichtete Zikkurat, eines der östlichsten Beispiele dieses Gebäudetyps.

Zikkurat von Tappeh Sialk

Die Zikkurat von Tappeh Sialk.